Energieausweis

Am 01.05.2014 trat die neue Energiesparverordnung ( EnEV 2014 ) in Kraft.

Zweck der EnEV 2014 ist die Einsparung von Energie in Gebäuden. Ziel ist es bis zum Jahr 2050 einen nahezu klimaneutralen Gebäudebestand zu erreichen.

Der Energieausweis soll für eine Vergleichbarkeit sorgen und Auskunft über den energetischen Zustand des Gebäudes geben. Dafür muss man ihn allerdings erstmal verstehen. Die erste Seite des Energieausweises enthält Angaben zum Gebäude, wie Adresse, Baujahr, Anlagentechnik und Anzahl der Wohnungen. Bei Ausweisen, die nach dem 1.10.2009 ausgestellt wurden finden Sie zusätzlich Aussagen zur Nutzung erneuerbarer Energien und zum Lüftungskonzept. Weiterhin finden Sie die Information auf welcher Grundlage der Energieausweis berechnet wurde. Hier wird unterschieden zwischen dem Bedarfs- und dem Verbrauchsausweis. EnergieausweisDer Energieverbrauchsausweis wird auf Grundlage von Auswertungen des tatsächlichen Bedarfs der letzten 3 Jahre erstellt während der Energiebedarfsausweis auf Grundlage von Berechnungen erstellt wird und unabhängig vom Verbrauch der bisherigen Bewohner ist. Der Verbrauchsausweis ist dementsprechend mit anderen Immobilien nicht vergleichbar, da die Werte vom Verbrauch der Bewohner abhängig sind. Beide Ausweistypen dienen lediglich der groben Orientierung und können keine Rückschlüsse auf die persönlichen Heizkosten liefern. Auf Seite 2 beim Bedarfsausweis befinden sich die Kennwerte für den Energiebedarf. Beim Verbrauchsausweis finden Sie die Kennwerte für den Energieverbrauch auf Seite 3. Auf der vierten Seite werden dem Eigentümer Vorschläge zur Verbesserung der energetischen Eigenschaften des Gebäudes gemacht. Sollten keine Empfehlungen zur Verbesserung möglich sein, so ist dies vom Ausweisaussteller zu vermerken. Die nächste Seite erläutert einige Angaben im Energieausweis wie zum Beispiel Energiebedarf und Primärenergiebedarf.

Der Kennwert

Der Energiekennwert gibt den jährlichen Verbrauch in Kilowattstunden (kWh) pro Quadratmeter (m²) an. Je höher der Kennwert, desto schlechter ist der energetische Zustand eines Gebäudes. Die Effizienzklassen wurden neu eingeführt zum 1. Mai 2014 und kommen Ihnen vielleicht von Elektrogeräten bekannt vor. Die Skala der Effizienzklassen reicht von A+ ( der beste Wert ) bis H. Neubauten erreichen in der Regel Klasse A oder B. Der durchschnittliche Verbrauch der Wohngebäude liegt in Deutschland bei rund 160 Kilowattstunden pro Quadratmeter, welches der Klasse E entspricht. Unsanierte Einfamilienhäuser liegen in der Regel in der Klasse G oder H, mit etwa 200 Kilowattstunden pro Quadratmeter. Für zusätzliche Verwirrung sorgt die Änderung der Skala. Bei Einführung des Energieausweises 2007 gab es die Effizienzklassen a+ bis H noch nicht und die Skala reichte von 0 bis 400. Heute reicht sie nur noch bis 250 Kilowattstunden. Dadurch verschoben sich die Darstellungen auf der Skala. Ein Verbrauchswert der damals im grün-gelben Bereich lag, befindet sich heute im roten Bereich. Dadurch, dass die Ausweise in der Regel 10 Jahre gültig sind, kursieren momentan also verschiedene Versionen der Ausweise und sorgen für zusätzliche Unsicherheit. Mit der EnEV 2014 wurden Pflichtangaben für kommerzielle Immobilienanzeigen beim Verkauf und der Vermietung von Immobilien festgelegt:

Die Information darüber, ob es sich bei dem Energieausweis um einen Energiebedarfsausweis oder einen Energieverbrauchsausweis handelt.

Den Wert des Endenergiebedarfs oder Endenergieverbrauchs für das Gebäude.

Die wesentlichen Energieträger für die Heizung des Gebäudes

Das Baujahr

Für Energieausweise, die erst nach dem 1. Mai 2014 ausgestellt wurden, die Energieeffizienzklasse (Klassen A+ bis H)

Wer in einer Anzeige auf die Pflichtangaben zur Energieeffizienz verzichtet, begeht fortan eine Ordnungswidrigkeit. Das gleiche gilt, wenn der Energieausweis bei einer Besichtigung nicht vorgezeigt wird. In diesem Fall wird ein Bußgeld von bis zu 15 000 Euro fällig. Bis zum 1.05.2015 wurde eine straffreie Übergangsfrist eingeräumt.